26.9.06

Herbst


So, nun ist es wohl soweit: der Herbst hat uns. Die schönen warmen Sommertage sind vorbei, es wird kühl. Die Sonne weicht trübem, nebeligem und regnerischem Wetter. Und so wie es draussen langsam aber sicher unangenehmer wird, fange ich auch mal wieder mit der Grübelei an. Manche sagen, dass das die Quarterlifecrisis ist. Keine Ahnung. Aber so schlimm ist das ja auch wieder nicht. Bilanz zu ziehen ist immer mal wieder gut, weil mir das ja zeigt, wo ich gerade stehe. Und bisher hab ich ne Menge erlebt und viel Erfahrungen sammeln dürfen. Ich weiß wieder ein Stück mehr wo ich hin möchte, wie mein weiterer Weg aussehen kann. Einerseits ist das sehr herausfordernd und auch ein bisschen beängstigend, aber auf der anderen Seite weiß ich, dass es ne ganze Reihe lieber Menschen gibt, die für mich beten und ich weiß, dass ich vor Gott nicht das sein muss, was ich gern wäre, sondern, dass er mich einfach so liebt wie ich bin und er mit mir geht. Das ist doch sehr beruhigend...

19.9.06

Tag 7 (und 8)



So gegen 6.30Uhr steigt mir ein unerträglicher Geruch von heissem Fett in die Nase - es gibt nettere Arten geweckt zu werden: einer von den Veranstaltern bereitet eine Etage tiefer wiedermal ein originales English Brechfest vor. Während ich noch so vor mich hindöse und versuche die letzten Minuten in der Horizontalen zu geniessen, stelle ich mir schon mal vor wie schwarz der Toast, die Würstchen und der Schinken sein müssen... Um Sieben gehen wir dann so nach und nach in Richtung Frühstück und/oder erstmal WC. Mir ist der Appetit sowieso schon vom Geruch vergangen und so krame ich mir nur einen Beutel Grüntee aus dem Rücksack und begebe mich zu den Bandkollegen. An diesem Morgen erfahre ich auch, dass man hier das "u" in "cup" nicht einem deutschen "a" ähnlich ausspricht sondern tatsächlich wie ein deutsches "u" - Als ich nach einer Tasse fragte wurde ich nur verständnislos angestarrt bis es dann bei meinem Gegenüber klick machte und er meinte: "Ah, you want a cup..." (ausgesprochen: kupp). Man lernt nie aus. Das Breakfast ist tatsächlich schwärzer als ich es erwartet hatte und sah grauenvoll aus - wie das manche trotzdem runterwürgen konnten ist mir ein Rätsel. Wir packen den Bus, es ist ein richtig nasses Inselwetter und dann fahren wir in den Süden von Wales, wo wir auf einem OpenAir Festival spielen werden. Den Rest dazu denken wir uns einfach erstmal nur. Die Lnedschaft ist doch recht schon, wenn man mal was sieht - die Wolken hängen sehr tief oder es regnet dermassen stark, dass man aufgrund des Regens nichts sieht. So gegen 14.00 sind wir dann westlich von Cardiff in einem kleinen Nest in unmittelbarer Nähe zu Neath. Neben einem Rugbyplatz ist eine Bühne Marke Eigenbaugerüst aufgebaut und mit allerlei Planen notdürftig gegen den Regen gesichert, von der "Anlage" reden wir besser nicht. Es ist erstaunlich mild aber halt nass und sehr windig. Imbissbuden sind auch da und verbreiten schon mal Duft nach gebratenen Zwiebeln und Fleisch. Nachdem der Wind dann auch noch erfolgreich die Bühne entdacht hat gehen wir erstmal zurück zu unserem Bus und warten dort die weitere Entwicklung ab. Und nebenbei fragen wir uns, warum wir schon so zeitig da sein sollten. Nach etwa 1,5h warten erreicht uns dann die freudige Nachricht, dass das Festival in das Clubhaus verlagert wird: klein und gemütlich wird es werden. Also Bus ausladen und den ganzen Kram zum Backstagebereich tragen. und kurz darauf geht es schon los mit den uns begleitenden Bands und noch ein paar anderen. Eine Band fällt aus und so spielen wir dann doch etwas eher und länger. Der letzte Auftritt ist nochmal so richtig cool, es macht Spass und rockt so richtig. Danach gibt es noch ein Abschiedsfoto mit den Jungs von FTDOR und Through Solace und dann schichten wir uns schon in den Bus um durch die Nacht zurück nach Stansted zu fahren wo unser Flieger nach Altenburg um 9.50Uhr starten soll. Diesmal haben wir Platz im Bus und können so ein wenig schlafen. Tag 8 beginnt mit einem Ständchen für Richard, der nämlich Geburtstag hat und uns fährt. Unzählige meilen und Kaffee-Stops später sind wir im Morgengrauen in Stansted und nutzen nochmal das freie W-Lan um uns ein bisschen zu bilden, was in der Welt so abgegangen ist, während wir ahnungslos durch die große britische Insel gefahren sind. wir leeren alle unsere Getränke und verteilen unser Gepäck. Natürlich gibt es Probleme mit dem Handgepäck, weil in GB andere Maße als im Rest der Welt gelten. Die Kontrollen passieren wir ohne Probleme und da wir ganz brav zeitig beim Einchecken waren dürfen wir auch mit als erste an Bord und ergattern auf diese Weise auch mal ein paar Fensterplätze. Start verläuft problemlos und schon bald sind wir über den Wolken und geniessen die Sonne, dann beim Landeanflug einen herrlichen Blick auf das Mitteldeutsche Land westlich und südlich von Leipzig und schon setzen wir auf der Rollbahn in Altenburg-Nobitz auf. Martin und ich laufen die Autos holen, wir teilen unser Gepäck wieder zurück und machen noch ein Abschlussfoto, dann steigen wir ein und fahren erstmal nach Hause zum schlafen.
FAZIT: Es war ne sehr coole Erfahrung und eine schöne Zeit. Einzig ultranegativ in Erinnerung wird mir das "Essen" bleiben...

18.9.06

Tag 6



So gegen kurz nach 7.00 a.m. werden wir durch lautes piepen mehr oder weniger aus dem Schlaf gerissen: ein Blick zur Decke und dort blinkt auch schon der Rauchmelder. Hm, irgendwie will keiner von uns in Panik verfallen und so ziehen wir uns erstmal an, greifen unsere Zimmerkarten und spazieren zum Fluchtweg und nach draussen. Dort treffen wir auf die ganzen anderen Hotelbewohner, die teilweise wirklich im Schlafanzug oder Nachthemd und barfuss in der frischen, morgendlichen Luft bibbern. Nachdem die Feuerwehr die Lage gecheckt hat dürfen wir wieder rein und packen unsere Sachen. Richard will heute zeitiger losfahren weil wir eine recht weite Strecke vor uns haben. Es geht in die Nähe von Birmingham und unterwegs wollen wir nochmal im "West Riding" in Huddersfield vorbeifahren und die vergessene Jacke von Through Solace' Rob abholen. Während die Briten den Bus wieder bepacken gehen wir nochmal zum Tynes und betrachten die Brücken und erfreuen uns auch an der restlichen Architektur. Dann gehts auf die Autobahn und gleich machen wir einen kleinen Abstecher um uns eine Stahlskulptur anzusehen: den "angel of the north". Dann gehts Kilometerschrubben los und nach dem Zwischenstop in Huddersfield kommen wir abends in Kingswinford im dortigen Christian Centre - der einzige fromme Veranstaltungsort der ganzen Tour. Die kleine Show die sich gleich anschliesst ist sehr spassig, weil wir alles mitten im Raum aufgebaut haben und die Konzertbesucher um uns herumtanzen können. Nach der Show gibt es für alle Fish & Chips mit Sausage. Zum Glück hab ich mir angewöhnt in den ganzen Fastfood Imbißständen immer mal ein Salztütchen einzustecken und so können wir das Essen wenigstens etwas salzen. Fettig ohne Ende ist es sowieso. Ein Teil von uns geht dann noch in den gegenüberliegenden Pub und unser Techniker versucht erfolglos eines der vorhandenen W-Lan Netze dazu zu überreden, uns ins weite, weite I-Net zu lassen. Da wir am folgenden Morgen um 7.00Uhr frühstücken müssen um Mittags dann in Südwales zu sein gehen wir recht bald schlafen - alle in einem großen Jugendraum über die Sofas ausgebreitet.

8.9.06

Tag 5

Nach einer doch recht erholsamen Nacht in beengten Verhältnissen gab es ein leckeres Frühstück nicht englischer Art und nach ein paar Stunden waren dann auch alle durchs Bad geschleusst und wir sind noch beim um die Ecke liegenden Supermarkt ein paar frische Sachen kaufen gegangen, weil Obst und Gemüse sieht man auf Speisekarten unserer Imbissbuden nie... Dann sind wir alle in die Busse geklettert und haben uns auf die Fahrt nach Newcastle eingerichtet. Der Gig war mal wieder kurzfristig vom Promoter gecancelt worden, weil angeblich das Venue ausgebucht sei. Wir entschieden uns aufgrund unserer Erfahrung in Huddersfield es trotzdem zu probieren und dort selbst nachzufragen. Antwort: kein Problem, ihr könnt spielen!
Der Tank unseres Fahrzeugs war bedenklich leer und keine Tankstelle zu sehen und genau wo sich die Autobahn nach Edinburg und in Richtung Süden teilt, blieb unser Bus stehen. Immerhin hat der Richard den Bus noch auf den Sicherheitsstreifen lenken können. Aussteigen und Bus ein paar meter weiterschieben war angesagt und dann ganz an den Rand hinter die Leitplanken gehen und warten, bis die Belgier mit einem Reservekanister voll Diesel zurückkehren würden. Natürlich hatte uns die Strassenaufsicht mit ihren Überwachungskameras sofort entdeckt und nach wenigen Minuten war auch schon ein Einsatzwagen bei uns. Die Herren waren aber sehr nett und haben uns nur über die Sicherheitsvorschriften aufgeklärt - in D wäre das alles sicher sehr teuer gekommen... Dann ging die Fahrt weiter und wir kamen wohlbehalten in Newcastle upon Tyne an - früh genug um wieder auf Promotour in eigener Sache durch die Stadt zu laufen. Newcastle hat einen schon deutlich angenehmeren Eindruck auf uns gemacht, vielleicht lag es auch am schönen Wetter und deutlich weniger extrem übergewichtiger Personen... Als wir zurück am "The Dog and Parrot" waren stellten wir fest, dass doch zwei lokale Bands den Pub gebucht hatten und nach einer kleinen Unterhaltung meinten die und wir: okay, spielen wir alle kürzer und lasst uns einen schönen Abend haben. Obwohl die Gesangsanlage eigentlich ne echte Krücke war gab es einen beeindruckend guten Sound und wir hatten viel Spass auch mit den Jungs von den lokalen Bands, die interessanter Weise besonders von uns (Saphena) beeindruckt waren. Abends sind wir wieder in eine TravelLodge eingecheckt - die war deutlich ordentlicher und hat auch gleich 10 Pfund Sterling mehr pro Nacht und Zimmer gekostet. Während ein Teil der Band nochmal losgezogen ist um ne Kneipe zu finden bin ich dann doch schon in mein Bett gekrochen. Ne Kneipe haben sie natürlich nicht gefunden weil es ja ab 23.00Uhr nichts mehr zu trinken gibt und die Pubs auch schliessen.

7.9.06

Tag 4



Nach einer erholsamen Nacht gab es wieder einen leckeren grünen Tee zum Aufstehen und nach dem Packen der Sachen nochmal zurück zum West Riding, weil der eine Gitarrist von Through Solace seine geliebte Jacke im Pub vergessen hatte. Der Laden war aber zu und so entschieden wir uns nach Glasgow weiterzufahren und auf dem Rückweg nochmal in Huddersfield vorbeizuschauen und die Jacke mitzunehmen. Die Fahrt war lang, lang, lang. Zum Glück entschädigte die stellenweise sehr beeindruckende nordenglische bzw. schottische Landschaft. Relativ spät kamen wir dann auch in Glasgow an und die Suche nach dem Veranstaltungsort gestaltete sich trotz Navi recht kompliziert. Kaum am "13th note" angekommen, begann es erstmal schottisch zu regnen. Alle Sachen ausgeladen und erstmal im Club gewartet. Dann sind wir, weil wir ja noch Zeit hatten bis die Show starten sollte, ein bisschen durch die City spaziert weil es gerade wieder nicht regnete. Glasgow ist ziemlich hässlich, abgesehen vom sehr schönen viktorianischen Central Station. Endlich habe ich dort im Zeitschriftenladen die Zeitung entdeckt, nach der ich schon seit der Landung in Stansted gefahndet habe. Dies bringt mich gleich zu einer Eigenart auf der Insel, die uns Deutschen echt zu schaffen gemacht hat: in jedem Geschäft gibt es ständig irgendwelche "buy 2 get 3", "buy 1 get 1 free", buy x get y cheaper" usw. Als unerfahrener Touri wird einem das Geld nur so aus der Tasche gezogen und man kauft ständig mehr als man eigentlich möchte und Dinge, die man eigentlich gar nicht will, weil sich dann der hohe Preis wieder etwas relativiert... So habe ich zusätzlich zu dem ComputerMusic Mag noch eine Flasche Energydrink gekauft, weil die dann nur noch die Hälfte gekostet hat. Sehr seltsam, aber halt freie Marktwirtschaft.
Zurück am Club angekommen spielte gerade der Local Support und wir haben uns teilweise das angehört und teilweise sind wir auch wieder vor den Pub gegangen um den Rauchern Gesellschaft zu leisten und das schottische Regenwetter zu geniessen (es goss wieder wie aus Kannen). Nachdem unsere Wales-er Jungs und die Belgier gerockt haben sind wir auf die "Bühne" und da hat der Andi erstmal beinahe Robs Gitarre zerlegt, als er auf ihn draufsprang und kurz darauf hat sich der Andi den Kopf an einer Ecke einer Monitorbox sehr Heftig gestossen und bekam eine große Beule. Der Auftritt war für mich ganz cool, die anderen haben den glaub ich in nicht soooo guter Erinnerung. Da im Vereinten Königreich ja noch die Sperrstunde existiert, waren wir um kurz nach 23.00Uhr mit allem fertig und konnten den Minibus beladen und danach ging es auf direktem Wege in die kleine Wohnung des Veranstalters Dave: 17 Leute in einer ca. 40qm Wohnung. wir haben überal gepennt: im Flur, in der Küche und natürlich im Wohn und im Schlafzimmer. War sehr lustig. Dies war der Tag4.

6.9.06

Tag 3

Dank eines Wasserkochers auf jedem TravelLodge-Zimmer steht einem Grünen Tee nach dem Aufstehen nichts im Wege. Derweil alles gepackt und schon ne halbe Stunde später stehen wir alle draussen und beladen das Dach den Busses. An diesem Tag geht es nach Huddersfield, einem mittelgroßen Ort zwischen Manchester und Leeds gelegen. Nach der üblichen ehrenrunde um den Ort des Geschehens haben wir dann auch nen Parkplatz und gehen gut gelaunt ins West Riding - so heisst der Pub wo wir spielen werden. Luke hat während dessen eine SMS bekommen, wo der Promoter der Show einfach mal das ganze Ding absagt. Die Leute von der Bar sind auch etwas verwundert, weil der Promoter sich nicht nochmal gemeldet hat. Wir stehen da so rum und unterhalten uns auf deutsch und plötzlich meint die Bardame: "Ey, woher kommtn ihr?!". Wir sind verdutzt, sie ist es auch und zu unserer Freude stellen wir fest, dass sie die letzten zwei Jahre in Jena gelebt hat und davor in Weimar. Äxxie und ich sind ja auch beide aus Jena. Sie schlägt einfach so vor ihren Chef zu fragen und das Ding auf eigene Faust durch zuziehen. Also schnell nen Flyer gemalt, zum Copyshop gerannt und dann durch die Stadt um Leute einzuladen. Alex, die deutsche Barfrau geht mit uns durch die Stadt und zeigt uns alles wichtige und die guten Bars und Cafés. Dann noch schnell in dem einen Pub etwas zu Abend gegessen und dann zurück zum West Riding. Dort sind auch schon die Kollegen und wir laden aus und bauen auf. der Abend wird sehr schön: Das Spielen macht Spass, wir bekommen ein Freigetränk pro Mann und drei große Pizzen - das ist eigentlich nicht üblich. Dem Pubbesitzer gefällt der Abend und auch allen anderen Anwesenden. Danach gibt unser Fahrer, der Richard, auch noch ne Runde und wir haben Spass und Tanzen und ein Brite kippt stockblau vom Barhocker und erschlägt mich fast dabei...
Dann laden wir alles ein und verabschieden uns von den lieben Leuten und fahren wieder in eine TravelLodge. Ne angenehme Dusche und dann fallen mir auch schon die Augen zu...

5.9.06

Tag 2



Um 8.00a.m. sind wir dann aus den Betten und haben uns eine Dusche gegönnt, die Sachen wieder zusammen gepackt und dann wieder ins gleiche Restaurant wie am Abend zuvor zum Frühstücken. Wir haben uns alle das originale English Breakfast gegönnt um gleich mal voll durchzustarten. das lag uns dann echt schwer im Magen bis ungefähr abends. Nach dem Frühstück haben wir uns den Rest von Saffron Walden angeschaut, den wir noch nicht gesehen hatten, z.B. den Park, sogar mit Irrgarten, wie es sich gehört. Dann haben wir weiter im Youth Hostel auf die Jungs aus Wales gewartet, die uns abholen wollten und dann am Nachmittag auch eintrafen, mit einem recht alten Minibus. 14 Mann in einem Kleinbus + Backline (Instrumente, Amps und Schlagzeug) + persönliches Gepäck aufs Dach. Und nachdem das beladen geklappt hatte sind wir dann nach Northhampton gefahren um dort im Race Horse unseren ersten UK-Gig zu spielen. Am Pub angekommen haben wir erstmal die Belgier von "for the day of redemption" kennen gelernt. Wir durften immer als Letzte spielen und so sind wir nach dem Soundcheck erstmal wieder Burgeressen gegangen und ein bisschen Stadtanguggen, aber besonders viel gabs nicht zu sehen. Zurück im Club spielten gerade die lokalen Supporter und dann unsere Kollegenbands. Die Show war okay, ein bisschen wenig Publikum, aber Spass gemacht hats trotzdem. Dann haben wir wieder alles geladen und sind in unsere Unterkunft gefahren: eine TravelLodge (so ein Billighotel). schön geduscht und ne kleine Runde ins Internet... das war der zweite Tag.

I am back!!!


Wie schnell der Sommer doch vergehen kann... Ich habe gestern gesehen, dass mein letzter Eintrag hier schon bald einen Monat zurück liegt. Und seit dieser Zeit hat sich soviel verändert und habe ich ganz viel erlebt. Deshalb gibt es jetzt auch immer mal wieder was zu lesen.
Anfangen will ich mal mit der letzten Woche, wo ich mit einer befreundeten Band eine Woche über die größere der britischen Inseln getourt bin. Zur Vorgeschichte: Den Schlagzeuger der Band kenne ich schon viele Jahre und wir haben hier in Jena oft bei Jugendgottesdiensten gemeinsam in der Band gespielt und irgendwann vor drei oder vier Jahren fragte er mich, ob ich ein halbes Jahr bei ihnen vertretungsweise Bass spielen könnte. Das hab ich dann gemacht und meine erste Auslandserfahrung als Musiker gesammelt, damals in den Niederlanden. In der ganzen Zeit bis jetzt habe ich immer mal wieder ausgeholfen, wenn es gepasst hat und im Juni rief er mich der Äxxie wieder an und fragte mich, ob ich Lust auf eine UK-Tour Ende August hätte. Ich habe meine Termine gecheckt und konnte zusagen. Das Songmaterial war mir noch ganz gut vertraut und so reichten zwei Proben aus um die mir neuen oder nicht mehr ganz so sicheren Sachen drauf zu haben.
Am 27. 08. war es dann soweit: früh aufstehen, den Äxxie abholen und nach Altenburg-Nobitz zum Flugplatz fahren um dort die anderen Bandmembers zu treffen und dann gemeinsam ins Flugzeug zu steigen. Equipmentmässig kamen nur die Gitarren, der Bass, Fussmaschine und Becken mit, alle andere Backline wurde von der Band aus Wales, die uns eingeladen hatte, gestellt. Neben uns (Saphena) und der Band aus Wales (Through Solace) tourte mit uns noch eine belgische Band (For The Day Of Redemption). Für mich war es das erste Mal fliegen überhaupt und somit war es schon ein bisschen spannend. Der Altenburger Flugplatz ist schon ein sehr lustiges kleines Ding - es fliegt einmal am Tag eine Maschine nach Stansted. Einchecken ging alles problemlos und auch der Flug war entspannt. Das einzige, was uns genervt hat war dieser Kaffeefahrtcharakter: billiges Ryanair-Ambiente und ständige brabbelnde Stewardessen mit spanischem Akkzent, den keiner versteht und ständig irgendwelche Kaufangebote vom Rubbellos über Snacks bis zum Eau de Toilet. Ursprünglich sollten wir auf dem Greenbelt-Festival am selben Tag noch spielen, aber das hatte irgendwie nicht mehr geklappt und so bestellten wir uns zwei Taxi um nach Saffron Walden zu fahren, wo wir eine Jugendherberge gebucht hatten (Busse fuhren an diesem Tag irgendwie nicht). Dort mussten wir über zwei Stunden warten, bis wir rein konnten und wegen unseres vielen Gepäcks ging das auch mit Stadtbummel nicht so wirklich. Glücklicherweise hatten wir schönes Wetter. Nachdem wir dann unseren Schlafsaal in dem über 600 Jahre alten Gebäude bezogen hatten, sind wir erstmal Abendbrotessen gegangen in die "Stadt". Irgendwo fand sich ein halbwegs billiges Restaurant wo wir dann Chickenburger & Chips gegessen haben. Halbwegs billig, weil in UK ist NICHTS billig. Wir hatten irre viel Spass mit den zig verschiedenen Saucen, die man sich über das Essen giessen konnte: braune Sauce, Majo, Ketchup, Englischer Senf, Französischer Senf, Salat Remoulade, Pfefferminzsauce... Danach sind wir noch ein bisschen durch Städtchen gezogen und haben uns die niedlichen verwinkelten kleinen Häuschen angeschaut. Zurück im Youth Hostel haben wir uns in den Garten gesetzt und den abend genossen. Dieser ertse Tag war echt Urlaub.